Waldbaden

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Loslassen in der Natur

Waldbaden

Shinrin Yoku

nennen die Japaner ein Ritual, das bei uns irgendwie verloren gegangen ist. Waldbaden, das ganz bewusste, langsame Eintauchen in die Natur, eine Art meditativer Spaziergang für die Seele.

Eigentlich liegt gerade bei uns alles dafür vor der Haustüre: Gehen Sie ein Stückchen dorthin, wo es Bäume hat, vielleicht einen Bach, vielleicht eine kleine Wiese. Mehr braucht es nämlich nicht, um Ruhe und Entspannung zu finden.

Waldbaden steigert den Serotonin Spiegel

Und dass Waldbaden heilsam gegen Stress und Spannung ist, hat gerade in Japan, wo die meisten Menschen dicht an dicht in grossen Städten unter kleinsten Platzverhältnissen leben, eine grosse Bedeutung gewonnen: Sie haben schon 1982 Shinrin Yoku zum festen Bestandteil des nationalen Programms zur Gesundheitsvorsorge erklärt.

Eine Untersuchung der University of Michigan zeigte, dass sich Menschen, die durch einen Wald gingen, 20% mehr merken konnten, als solche, die durch eine Stadt liefen. In einer anderen Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Zahl und Aktivität von Immunzellen zunahm, wenn sich Untersuchten eine Zeitlang im Wald aufhielten.

Waldbaden ist gut für das Immunsystem

Ob es die Phytonzide sind, pflanzliche Signalstoffe, mit denen Bäume und Pflanzen kommunizieren, die unseren Glückshormonspiegel ansteigen lassen oder das Bakterium Mycobacterium vaccae, das sich im Waldboden vermehrt und eingeatmet wird, wissen wir nicht ganz genau. Vielleicht sind die Konzentrationen dieser flüchtigen Substanzen auch viel zu niedrig und es sind einfach gute Erinnerungen an den Wald, die Düfte, die Geräusche und die sanften Grüntöne, die uns guttun.

Eines ist ganz sicher: Shinrin Yoku, Waldbaden, macht glücklich. Probieren Sie es aus!

 

10 einfach Regeln für das Waldbaden

 

  1.  Schlendern

Handy und Kamera bleiben zu Hause. Und die Nordic Walkin Stöcke auch. Hier geht es um Langsamkeit, nicht um Sport.

  1. Rasten

 Immer wieder irgendwo absitzen, auf einem Baumstamm, einem Stein oder einfach stehenbleiben.

  1. Wahrnehmen

Den harzigen Duft der Bäume, das Moos fühlen, barfuss laufen.

  1. Ausprobieren

Blätter, Steine, Holzrinden sammeln, Ideen im Kopf entstehen lassen.

  1. Bewegen

Die Schultern kreisen lassen, den Nacken dehnen, Yoga…alles langsam.

  1. Achtsamkeit

Sich genau in diesem Moment bewegen. Nicht die nächste To-do Liste im Kopf schreiben.

  1. Augenentspannung

In die Ferne sehen, den Kiefer entspannen.

  1. Atmen

Einfach den eigenen Atem beobachten oder beim Ausatmen auf zehn zählen.

  1. Meditation

Für Geübte ist der Wald ein idealer Ort. Zum Anfangen absitzen (oder liegen, wenn es trocken ist), von den Zehenspitzen bis zum Scheitel langsam in Gedanken den ganzen Körper fühlen.

  1. Stille

Nichts sagen, einfach der Natur zuhören.

 

Quellen:

Flow, Ausgabe 37

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/03/waldbaden-natur-heilung-gesundheit-japan