IRISIN

Mit Sport gegen Demenz: Das Powerhormon Irisin

Haben Sie schon einmal von Irisin gehört? Lesen Sie weiter, das Thema ist wirklich spannend!

Dass regelmässige Bewegung sich günstig auf das Gedächtnis auswirkt, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Allerdings können in Zeiten einer sich abzeichnenden Demenz-Epidemie auch alte Erkenntnisse grosse Bedeutung erlangen. bedeutsam werden.

Nach Schätzungen von Alzheimer´s Disease International sind weltweit knapp 50 Millionen Menschen von Demenz betroffen - und jedes Jahr kommen knapp 8 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Das ist mehr als die gesamte Einwohnerzahl der Schweiz! Eine Schätzung aus dem Jahr 2013 ging von einer Verdreifachung der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 aus, heute schätzt man etwas weniger drastische Anstiege.

Wissen Sie, welches der bedeutendste Risikofaktor für eine Demenz ist? Was am wirksamsten einer Alzheimer Erkrankung vorbeugt?

Sport. Einfach Sport.

Sport zeigte in allen bislang durchgeführten Studien eine signifikant positive Wirkung, sowohl in der Prävention der Erkrankung, als auch im Krankheitsverlauf selbst.

Eine deutsche Untersuchung aus dem Jahr 2016 zeigte, dass eine mangelnde körperliche Aktivität der bedeutsamste Risikofaktor ist und mit 21% den höchsten Einfluss auf die Alzheimer-Prävalenz hat. Sport verbessert bei Erkrankten die Gedächtnisleistung und Sprachkompetenz und in  einer Europäischen Studie mit zuvor nicht aktiven Menschen im Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung zeigte sich, dass nach nur 12 Monaten eines moderaten Bewegungsprogrammes das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt und die Denkleistungen verbessert werden konnte.

Und ein Mechanismus, wie Sport die Demenz bekämpft, liegt im Botenstoff Irisin.

Irisin – nach der Götterbotin Iris benannt - wurde erst 2012 in Harvard entdeckt, als Forscher in Mäusen ein Muskelprotein fanden, das passive weisse Fettzellen in aktive braune Fettzellen umwandeln kannt, die mehr Wärmeenergie erzeugen, die Fettverbrennung ankurbeln und die Lebenserwartung steigern kann.

Irisin von Mäusen und Menschen ist identisch und steigt nach nur 12 Wochen Training auf das Doppelte an.

Neben einer deutlichen Verbesserung des Fettstoffwechsels zeigt sich nun in einer ganz neuen Studie in der Zeitschrift Nature: Irisin kann einer Alzheimer-Demenz vorbeugen.

Sie untersuchten Mäuse und fanden heraus, dass an Alzheimer erkrankte Nager nur geringe Mengen des Hormons Irisin und seines Vorläufers FNDC5 im Gehirn aufwiesen – ganz im Gegenteil zu gesunden Tieren, die sich regelmäßig bewegten.

Wurden in aktiven Mäusen die Konzentration von Irisin künstlich gesenkt, zeigten auch sie schlechtere Gedächtnisleistungen. Umgekehrt konnte eine Anreicherung von Irisin im Gehirn kranker Mäuse die Denkfähigkeit verbesser.

Inwieweit sich die Ergebnisse der Mäusestudie auf den Menschen übertragen lassen und somit neue Therapiemöglichkeiten bei Alzheimer eröffnen, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden.

Aber so lange müssen wir ja nicht warten: Haben Sie Ihre Turnschuhe schon an?

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