PETERSILIE

petersilie2PETERSILIE: ECSTASY IM SALAT?

 

19000 Tonnen Petersilie erntet man in Deutschland jährlich - kein anderes Kraut wächst in solchen Massen und wird ganz offenbar verwendet! 

Zu Recht, denn Petersilie ist nicht nur würzig, sondern auch heilsam.

Schon in der Antike besass die Petersilie einen festen Platz in der Medizin, insbesondere ihrer harntreibenden und menstruationsfördernden Wirkungen wegen. In den dunklen Zeiten des Mittelalters erlangte das dekorative Kräutchen traurige Berühmtheit als Mittel für Abtreibungen, in einigen Ländern wird es immer noch zu diesem Zweck eingesetzt.

Es sind die ätherischen Öle Apiol und Myristicin, die in grösseren Mengen die glatten Muskeln von Blase, Darm und Gebärmutter aktivieren, was nützlich sein kann, um Wasseransammlungen im Gewebe natürlich auszuschwemmen. 

Übertreiben sollte man den Petersilie-Genuss jedoch nicht: Hohe Dosen Petersilienöl können rauschartige Zustände bewirken, wie in einer Studie aus dem Jahr 1967 in der renommierten Zeitschrift "Nature" beschrieben.


Apiol ist eine Amphetamin-artige Substanz mit stimulierender Wirkung - Augen auf beim Kräuterquark!


Myristicin und Apiol gehören zu den Allylbenzolen und wirken halluzinogen. Beide können durch Enzyme in der Leber zum Amphetamin MMDA (3-Methoxy-4,5-methylendioxyamphetamin), das dem im Ecstasy enthaltenen MDMA sehr ähnlich ist, verstoffwechselt. Ein weiterer Metabolit ist das Mescalin, das in seiner Wirkung dem LSD ähnelt. Diese bewirken eine erhöhte Ausschüttung von neuronalen Botenstoffen.

Von Rauschzuständen abgesehen, haben die Inhaltsstoffe der Petersilie zahlreich heilsame Eigenschaften. 

Myristicin zeigte sich als ausserordentlich potenter Wirkstoff gegen die Entwicklung von Hautkrebs.


Bei Mückenstichen die rasche Hilfe: Frische Petersilie auf der juckenden Stelle verreiben (und die Cortison-Salbe erst einmal beiseite legen...) .


Eine japanische Studie fand in ihnen ähnlich viele und ähnlich wirksame Phytoöstrogene wie in der Sojabohne – dies könnte erklären, warum Petersilie immer wieder bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden empfohlen wird.

Petersilie ist reich an Chlorophyll – das Farbpigment, das den Pflanzen einerseits ihre grüne Farbe verleiht und ihnen andererseits ermöglicht, Photosynthese zu betreiben. Dass Chlorophyll insbesondere vor Darmkrebs schützen kann, zeigen Studien in angesehenen medizinischen Journals: Eine Studie – veröffentlicht im Jahr 2005 im Fachjournal Carcinogenesis – zeigte, dass grüne Blattgemüse das Darmkrebsrisiko mindern, da das Chlorophyll die Darmschleimhaut vor schädlichen Einflüssen und unkontrollierten Zellwucherungen schützen kann. Interessant ist an dieser Studie, dass Fleisch aufgrund seines hohen Hämeisenanteils als Ursache für die genannten „schädlichen Einflüsse und Zellwucherungen“ genannt wurde. Und im International Journal of Cancer wurde vor wenigen Jahren erkärt, dass Chlorophyll Darmkrebszellen konkret an der Teilung hemmen und somit ein Tumorwachstum ausbremsen kann.

Haben Sie nicht auch gelernt, dass nur Pflanzen Energie aus Sonnenlicht gewinnen können? Vielleicht müssen wir alle dazulernen, denn eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 zeigt ganz klar, dass Chlorophyll auch in den Mitochondrien von Säugetierzellen durchaus mehr Energie erzeugen kann – aus Sonnenlicht!  

Petersilienblätter enthalten überdurchschnittlich viele Vitamine und Mineralien, als Fluorquelle schlägt Petersilie mit 110 Mikrogramm auf 100 Gramm alle anderen Kräuter aus dem Feld, ihr Vitamin-C-Wert von über 160 ist dreimal so hoch wie bei der Zitrone. Osteoporose? Der hohe Vitamin K Gehalt ist für einen gute Knochenbildung ideal und fördert nebenbei auch noch die optimale Blutgerinnung.  Wer  Blutverdünner einnehmen muss, sollte jedoch Petersilie nur sparsam verwenden. 

Bitte verwenden Sie stets Bio-Petersilie, unkontrolliert angebaute Pflanzen können schädliche Mengen an Schwermetallen und Pestiziden enthalten.

Petersilie kann - in ähnlichem Ausmass wie die Erdnuss - Allergien verursachen. Bei einigen Menschen soll bereits Hautkontakt Rötung und Juckreiz verursachen, hier mag der Reichtum an ätherischen Ölen schon fast ein Nachteil sein. Für alle anderen ist Peterli ein Superfood-Kräutchen, das man auch versteckt geniessen kann.


Mundgeruch? Petersilie zerkauen!


Referenzen:

https://www.medicalnewstoday.com/articles/284490.php


J Cell Sci.
 2014 Jan 15;127(Pt 2):388-99. doi: 10.1242/jcs.134262. Epub 2013 Nov 6.

Light-harvesting chlorophyll pigments enable mammalian mitochondria to capture photonic energy and produce ATP.

Xu C1Zhang JMihai DMWashington I.

"Parsley showed potent phytoestrogenic activity equal to soybean" (Yoshikawa et al., 2000)

Psychotropic Phenylisopropylamines derived from apiole and dillapiole, Alexander Shulgin, Nature, 1967

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